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Eine Reise ins "Große Unbekannte" Ukraine-Fahrt vom 23. Juni 2000 bis 2. Juli 2000 Die Reise zur Breitspureisenbahn und den ehemals sowjetischen Dampflokomotiven mit dem roten Stern, in ein uns doch sehr unbekanntes Land mit kyrillischer Schrift, begann am Abend in Bad Bellingen um 20:12 Uhr mit der RB nach Freiburg, weiter mit IC nach Karlsruhe und von dort mit dem "Orien-texpress" D 263 im ungarischen Liegewagen nach Budapest Keleti pu. (Ostbahnhof). Die Daten des Reiseverlaufs stellten sich so dar: Freitag, den 23.06.2000 Bad Bellingen ab 20:12 Uhr mit RB 18134,Ellok 110 Freiburg Hbf. an 20:49 Uhr Freiburg Hbf. ab 20.55 Uhr mit IC 502,Ellok 101 Karlsruhe Hbf. an 22:00 Uhr Karlsruhe Hbf. ab 23:00 Uhr mit D 263 "Orient-Express", MAV-Liegewagen Bcmz, klimatisiert, E-Loks DB 181 bis Stuttgart Hbf., DB 101 bis Wien, ÖBB 1042 bis Hegyeshalom, MAV-Ellok V43 bis Budapest Keleti pu. Samstag, den 24.06.2000 Budapest Keleti pu. an 12:15 Uhr mit 12 Minuten Verspätung. Gleis 9 Nach der Ankunft wurde der große, schwere Rucksack zur Gepäckaufbewahrung am Gleis 6 bis zur Weiterfahrt abgegeben. Der Keleti pu. -Ostbahnhof - ist praktisch der Hauptbahnhof von Budapest von dem nach allen Richtungen die wichtigsten Expresszüge verkehren und ankommen. Baujahr war 1884 zur Zeit der K. u. k.-Monarchie. 1934 wurden in Ungarn die ersten Strekken elektrifiziert. Heute verkehren die Elloks V 43, BoBo und V 63, CoCo, mit 25.000 Volt 50 Hz Industriestrom. Nach einem kurzen Imbiss begab ich mich zur U-Bahn - der ältesten in Kontinental-Europa! -um zur Stadtseite "Buda" zu fahren und dort weiter mit dem Tram zur Kettenbrücke zu gelangen. Die Kettenbrücke konnte an diesem Wochenende (24.6. und 25.6.2000) das 125-jährige Jubiläum feiern. Die Brücke war für den normalen Verkehr gesperrt und es durften nur Kutschen oder Wagen mit Pferden sowie Fußgänger wie in alten Tagen über die Brücke. Mit der Standseilbahn fuhr ich auf den Burgberg um von oben das gesamte Stadtpanorama von Budapest zu sehen. Ein toller Ausblick auf Bastei, Donau, Parlament und Stephansdom. Mit allen diesen schönen Eindrücken begab ich mich wieder zum Bahnhof Keleti pu., um mich mit den anderen 18 Eisenbahnfreunden, die aus Zürich angereist waren, um 16 Uhr zu treffen. Der Tiszaexpress Nr. 16 war schon mit sechs russischen und ukrainischen Schlafwagen bereitgestellt worden. Es fehlten jetzt nur noch die ungarischen Wagen bis Csop/Tschop, dem Grenzort in der Ukraine. Budapest Keleti pu. ab 16:15 Uhr mit D 16 Tiszaexpress nach Tschop mit V 63 Kurswagen nach Lwow, Kiew und Moskau, Restaurantwagen, MAV WR bis Zahony, drei 2. Kl. Wagen MAV bis Tschop, Ukraine: ein 1. Kl. Wagen MAV bis Tschop; ein Packwagen MAV bis Tschop; drei Schlafwagen UZ bis Kiew, drei Schlafwagen RZD bis Moskau Csop/Tschop, Ukraine an 22:30 Uhr (OEZ+ 1 Std.) Folgende ungarische Denkmal-Dampfloks wurden auf der Fahrt gesichtet:
Hegyeshalom Lok 152 in Fahrtrichtung rechts, etwas abseits Györ Lok BR 52 in Fahrtrichtung rechts, BW-GYSEV Szolnok 424 in Fahrtrichtung rechts, am Bahnhof Püspökladany Dn2 in Fahrtrichtung rechts, am Bahnhof Debrecen ? in Fahrtrichtung links, Bf. unt. Bäumen Nyiregyhaza ? in Fahrtrichtung rechts, am Bahnhof Zahony 375 in Fahrtrichtung links, am Bahnhof In Zahony wurde von Ellok V 63 auf Diesellok M 40 gewechselt, um uns die sechs Kilometer über ein Vierschienengleis (1.435/1.524 mm) nach Tschop zu fahren. Über die von den ukrainischen Grenzern beleuchtete Theißbrücke erreichten wir den Grenzkontrollraum. Hier hat der Zug gehalten und unsere Dolmetscherin Natascha begrüßte uns mit den Zöllnern und der Grenzpolizei. Nach kurzer Kontrolle (wir hatten ein Sammelvisa und die Zollerklärung schon ausgefüllt) fuhren wir in den Grenzbahnhof Csop/Tschop ein. Dieser Bahnhof wird derzeit renoviert. Im Bahnhof Tschop gibt es zwei Vierschienengleise, damit sowohl die ungarischen und slowakischen Züge (1.435 mm) als auch die ukrainischen Züge (1.524 mm Spurweite) dort halten können. Herzlich wurden wir von derSO-köpfigen Mannschaft des "Dzherelo-Hotelzuges" mit ukrainischer Musik empfangen und nach abstellen des Gepäcks im Schlafwagenabteil in den Restaurantwagen zum ausgezeichneten Nachtessen gebeten. Nach umstellen der Zeit auf OEZ + 1 Std. war es nun bereits 0:30 Uhr. Um 2:00 Uhr haben sich dann alle ins Schlafwagenabteil zurückgezogen. Das Abenteuer hat begonnen. Sonntag, den 25.06.2000 Der "Dzherelo-Hotelzug" besteht aus folgenden Wagen: Nr. 77571 Generatorwagen 64 t, 4 Achsen, 20m Nr. 77571 Duschwagen 56 t, 4 Achsen, 23m Nr. 16785 Personalschlafwagen 56 t, 4 A., 23 m Nr. 63530 Speisewagen 61 t, 4 Achsen, 23 m Nr. 63506 Gesellschaftswagen 61 t, 4 A., 23 m Nr. 71459 Salonwagen 50 t, 4 Achsen, 23 m Nr. 14103 Schlafwagen Nr. 6, 56 t, 4 A., 23 m Nr. 16819 Schlafwagen Nr. 7, 55 t, 4 A., 23 m Zugdaten gesamt: 459 t, 32 A., 181 m Nach einer Nachtfahrt über Mukacevo und Stryj kamen wir morgens in Lvov/Lemberg an. Zuglok war die E-Doppellok VL 11. Der Bahnhof Lem-berg hat zwei riesige Bahnhofshallen und wird gerade renoviert. Auf die Reisegruppe wartete ein Ikarus-Bus älteren Datums, der uns nun zum Lemberger Tramdepot brachte. Die Stadt Lem-berg ist Patenstadt zu Freiburg i. Br. Im Depot wurden wir vom Direktor empfangen und über die außerordentlichen Bemühungen der Belegschaft informiert, um den Trambetrieb aufrecht zu erhalten. Im Netz der Straßenbahn verkehren Tatrawagen verschiedener Bauarten, so wie diese im gesamten ehemaligen Ostblock vorkommen. Der Trambetrieb leidet allerdings unter einer großen Finanzkrise, so wurde mangels Bezahlung der Stromrechnung an die Stadt zum ersten Mal in der Geschichte des 104-jährigen Bestehens der Tram der Strom für einen Tag abgeschaltet. Es werden jährlich ca. 680.000 Fahrgäste befördert, die zu 60 % einen ermäßigten Tarif bezahlen. Eine Fahrkarte kostet 30 Kopeken. Es gibt heute noch Schaffner im Tram. Der Straßenbahnbetrieb beschäftigt ca. 500 Mitarbeiter.
SB Der «Dzherelo-Hotelzug» mit Dampflok Cy 218-31 der Ukrainischen Eisenbahn (UZ) Mit dem Straßenbahn-Oldtimer, Baujahr 1950, 2 Achsen, begaben wir uns auf eine Stadtrundfahrt die uns auch am neuen Regionalbahnhof vorbeiführte. In der Innenstadt begann dann für uns eine Stadtführung mit einem deutschsprechenden Reiseleiter der Stadt Lemberg. Auch war jetzt die Möglichkeit gegeben, Dollar in Hryvna zu wechseln. An der historischen Stadtbefestigung entlang sind wir zu verschiedenen Kirchen unterschiedlicher Religionen
und zum Ringplatz mit dem p 35 0064 auf der Strecke von Kovel nach Sarny Rathaus geführt worden. Desgleichen haben wir auch den klassischen österreichischen Baustil bewundern können, denn Lemberg war bis 1918 die Hauptstadt von Ostgalizien, welches zum großen K.u.k. Reich gehörte. In einem schön gelegenen Gartenrestaurant wurden wir zum Mittagessen gebeten. Nachmittags stand der Besuch der Pioniereisenbahn auf dem Programm, bei der Kinder im Alter ab 12 Jahren den Betrieb abwickeln. Der Zug bestand aus einer Diesellok, Ty 2 087, 600 mm Spurweite und vier Wagen mit 38 Sitzplätzen (4 Achsen). Eine Ty 3-039, BoBo, Baujahr 1950 ist dort Reservelok. Am Abend gab es dann für alle Teilnehmer eine schöne Überraschung. Wir wurden von der Gesellschaft "Dzherelo" in das Staatstheater um 18 Uhr eingeladen, um der Aufführung der Oper "Nabuko" von Verdi beiwohnen zu können. Das Opernhaus ist derzeit 100 Jahre alt und wurde komplett renoviert. Das Haus war absolut ausverkauft und die Vorführung wurde im italienischen Original gesungen. Nach dem ereignisreichen Tag sind wir mit dem Bus wieder zum "Dzherelo-Hotelzug" gefahren worden, wo wir dann das Nachtessen bekamen. 1991 Die Ukraine wird selbstyli'linlii|in Staat (Fahne blau-gelb) Lvov hat heute ca. 800.000 Einwohnn rinen deutschen Honorarkonsul, eine deutsch'•' •i lulle und Kirche. Montag, den 26.06.2000 Über Nacht sind wir von Lvov nach Kovel gotnii-ren. Hier konnten wir nach dem Frühstück die Dampflok P 36 0064 vor unserem Zug sehen. Wenn man nur Normalspur-Dampfloks kennt, so ist diese Breitspur-Lok doch riesig. Die technischen Daten der ehemaligen CCCP-Schnell/ug-dampflok: Baujahr 1955 in Kolomna, südlich Moskau 2'D 2'h 2 Leistung 2200 PS v-max 125 km/h Treibraddurchmesser 1.850 mm Laufraddurchmesser 575/800 mm Max. Kesseldruck 15 bar Rostfläche 6,75 m2 Tender 6 Achsen, 45 m3 W.r.'.nr, 23 t Kohlen Stockerfeuerung Wir hatten auf der Fahrt mit P 36 0064 verschiedene Fotohalte mit Scheinanfahrten. In Manewitschi war Zwischenhalt geplant um mit einem Oldtimerbus zurTorfbahn zu gelangen. Die Torfbahn hat 750 mm Spurweile. Fur uns stand ein Extrazug mit Diesellok sojetisher Einheitsbauart und ein alter Personenwagen zur Abfahrt bereit. Mit Höchstgeschwindigkeit – ca. 15 km/h - tuckelten wir durch Wald und Wiesen tu den Nun noch einige Details zu Lvov/Lemberg: 1256 wurde Lemberg erstmals urkundlich erwähnt. 1772-1918 hat Lemberg zu Österreich gehört. 1918-1939 zur Ukraine und dann zu Polen 1939 russisches Gebiet 1941 Einmarsch der deutschen Truppen in Lemberg 1944 Lemberg gehört jetzt wieder zur Ukraine innerhalb der Sowjetunion entfernten Abbaugebieten, den Torffeldern. In der dortigen Torffabrik werden Torfbriketts zum Heizen produziert. Nach der Rückkehr zum großen "Dzherelo-Hotelzug" gab es Mittagessen. Am Nachmittag war Halt in Antonowka angesagt. Auf der 750 mm Forstbahn wird noch auf 20 km Strecke Personenverkehr mit Dieselloks der Baureihen TU 2, Ty 7 A 3279 (BoBo) und Ty 2-062 gefahren. Die Schmalspurbahn wurde 1902 erbaut und hatte ursprünglich eine Länge von 106 km. Mitten im Gelände tauchte eine Bahnstation mit Umsetzgruppe und jeweils Formsignalen für die Zugeinfahrt auf. Ein Zugleiter ist hier damit beschäftigt, die planmäßigen Dieselpersonenzüge hier kreuzen zu lassen. Für uns war hier der Wendepunkt, denn wir mussten wieder durch Wald und Wiesen zu unserem Zug zurück. Die Orte sind weit ab der Strecke und doch fahren die Leute mit der Bahn. Bei dem Fotohalt in Tchortoriysk war Zugkreuzung mit einem internationalen Schnellzug von Kiew und einem langen Güterzug mit Doppel M 62. Abends nach dem Nachtessen gab es für uns Eisenbahnfreunde im Musiksalonwagen ein Konzert und Folklorelieder von der Musikgruppe "Dzherelo", diese bestand aus zwei Damen, die Baluda und Querflöte spielten und zwei Herren, welche Handharmonika und Geige spielten. Es war ein Genuss die ukrainische und russische Musik zu hören. Dienstag, den 27.06.2000 Von Samy aus sind wir über Nacht nach Michai-lowka gefahren. Nach dem Frühstück sollten wir mit einer Diesellok und einem Wagen über ein Industriestammgleis zur Rübenfabrik fahren. Leider war die Lok defekt und wir mussten drei Stunden warfen, bis eine Ersatzlok kam. In der Zwischenzeit genossen wir das Dorfleben und waren in einem Tante-Emmaladen einkaufen. Die Verständigung konnte nur mit den Händen geschehen, denn die Verkäuferin konnte weder alemannisch noch Schwyzerdütsch und wir konnten natürlich auch keine ukrainisch-russische Sprache. Der zu zahlende Betrag wurde uns von der Verkäuferin mit einem Holzrechenschieber angezeigt. Der Trick war beim Ablesen,
S017-4371 auf der Strecke bei Ternopol dass die unteren Holzreihen die Hyrvna darstellen und die oberen Holzreihen sind die Kopeken. Als Zweit-Währung ist der US-Dollar gerne Zahlungsmittel. Die Dorfbewohner nehmen noch zu vielen Gelegenheiten ross und Wagen. Dies ist für die Einwohner billiger als ein Traktor. Zur Mittagszeit kam nun die Diesel-Ersatzlok und schnell war unser Zug mit einem Wagen und zwei Schaffnerinnen zusammengestellt, so dass wir nun zur Rübenschmalspurbahn fahren konnten. Dorf erwartete uns ein Extrazug mit der Schmalspurdampflok K 4-134, ein Personenwagen, verschiedene Güterwagen und eine Diesellok. Nun rumpelten wir mit dem Züglein durch die beschauliche Landschaft bei Nosikowa zum Fluss Murawa, bei dem wir zum zünftigen Mittagspicknick geladen waren. Wir sind dort Gäste des Bahnchefs gewesen, der uns zum Essen natürlich auch nach ukrainischer Sitte den Wodka einschenkte. Leider war dieser fröhliche Nachmittag viel zu schnell vorbei, denn mit zahlreichen Fotohalten und Scheinanfahrten ging es zum Ausgangspunkt zum Hotelzug zurück. Die kleine Dampflok hatte keine funktionierende Bremsanlage, weder Luftbremse noch Handbremse und so legte der Lokführer einfach die Steuerung um auf Rückwärtsfahrt und bremste durch mehrfaches schleudern der Lok den Zug! Für uns Eisenbahner unbegreiflich, dass nicht mit etwas Schmiermittel zumindest die Handbremse in Funktion war, denn diese war total eingerostet. Die Zuckerrübenbahn wurde 1933 gebaut und hat 35 km Streckenlänge. Die Dampflok K 4-134 Nr. 6383, Dn2, wurde 1951 in Budapest gebaut. Mittwoch, den 28.Juni 2000, Verfassungstag der Ukraine Über die Nacht sind wir nach Grechany gefahren. Am dorfigen Bahnhof war der Zug am Gleis 1 abgestellt und wir wurden früh geweckt, denn für uns war nach dem Frühstück die Depotbesichtigung angesagt. Auf dem Bahnhofsvorplatz wurde seit 6 Uhr von vielen älteren Frauen Verkaufsstände aufgestellt, denn in absehbarer Zeit kamen verschiedene Regionalzüge und auch ein Fernschnellzug an. Jetzt war zu früher Stunde reges Marktleben. Es wurde alles nur denkbare an Lebensmittel und Gegenständen verkauft. Nachdem die Züge wieder fort waren, war auch der Markt vorbei. Nach kurzem Spaziergang sind wir zum Depot gekommen und haben dort unsere Dampflok SO 17-4371, 1 Eh2, Baujahr 1948, Treibraddurchmesser 1.320 mm, Laufraddurchmesser 700 mm, Gesamtgewicht 184 t, v-max 70 km/h, die heute den Zug ziehen soll, schon unter Dampf gesehen. Diese Dampflok hat eine Ölfeuerung, einen 4-achsigen Tender mit 27m3 Wasser. Das Depot Grechany wurde im Jahr 1913 erbaut und hat heute 150 Mitarbeiter. Es sind neben den Museumsdampfloks heute Dieselloks der Baureihe M 62 und verschiedene Dieseltriebwagen unterschiedlicher Bauart in diesem Depot. Beim Rundgang durch das Freigelände stand noch die Dampflok ER 2026, 1'Eh2, betriebsfähig abgestellt. Mit der Dampflok SO 17-4371 ging die Fahrt, unterbrochen von zahlreichen Fotohalten mit Scheinanfahrten, nach Ternopol. Auch ich hatte die Möglichkeit ausgenutzt um ein Stück Strecke im Führerstand zu fahren. Während der Fahrt wurde uns im Gesellschaftswagen ein Videofilm über Kiew und die Ukraine gezeigt. Östlich von Ternopol waren neben Dieselloks der Baureihe M 62 auch einige Dampfloks der Baureihe ER abgestellt. Die Nachtfahrt, wieder mit Diesellok, führte uns nach Kolomyja. Donnerstag, den 29.06.2000 Nach dem Frühstück war wieder Depotbesichtigung. Der Depotchef begrüßte uns und führte
ER 2026 1'Eh2-Heißdampf-Zweizylindermaschine In Grechany betriebsfähig im Depot uns gleich in die Dampflokhallen. Bis 1961 war Kolomyja reines Dampflokdepot. Heute sind 26 Dieseltriebwagen und zwölf Dieselloks neben den historischen Dampfloks stationiert. Folgende Dampfloks konnten wir sehen und natürlich ausgiebig fotografieren: SU 251-86, 1'C'1h2, Baujahr 1949, diese Lok war nun 2 Tage am Zug, TE 6115, Kriegslok BR 52 6115, 1 Eh2, der Depotchef stellte sie uns als "Adolflok" vor, EM 735-72, Eh2, EP 799-79, Eh2, Baujahr 1954, b-2137, Bn2. Vor fünfzehn Jahren wäre es fast unmöglich gewesen, in einem ehemals sowjetischen Depot zu sein und Dampfloks zu fotografioron, heute hatten wir keine Probleme damit. Nun begann unsere Fahrt in das Karpatengebirac niil D,impf-lok SU 251-86 an derZugspit/o und iln l)ir;,el-lok M 62 als Schublok am Schlus.s des Zuges. Die Strecke hat Steigungen bis 15 Promille. zahlreiche Tunnels und Viadukto, diü vnii iln Miliz, den sogenannten "Karpatenbosniuii.'riii' immer bewacht werden. In Mikulitschin w.n rin langer Halt für das Bahnhofspicknick. Vom Personal des "Dzherelo-Zuges" wurden P.irlyb.inke neben den Gleisen aufgebaut und oin l lul/kohlen-grill eingerichtet. Bald darauf brul/olten die Fleischspieße. Zu ukrainischer Musik hatten wir dann ein wunderbares Menü. Arn Nachmittag erreichten wir in Voronyenka auf 833 m die Passhöhe. Durch das wildromantische Theißtal sind wir über Rachiv nach Berlebash zum geografischen Mittelpunkt von Europa gelangt. Hier steht ein kleiner Obelisk. An diesem ehrwürdigen Punkt wurde für alle Anwesenden Krimsekt ausgeschenkt und auf das vereinte Europa aller Völker angestoßen.
SU 251-86 auf der Karpatenstrecke von Delajotin nach Rachiv
Die Fahrt durch die Karpaten wurde für uns mit schönen Fotohalten zu einem Erlebnis. Der Hotelzug blieb über die Nacht im Bf. Rachiv stehen. Auf der dortigen Drehscheibe wurde die Dampflok für die Rückfahrt am nächsten Tag gedreht. Am späten Abend besichtigten wir mit unserer Dolmetscherin Natascha die Bezirksstadt Rachiv. Von hier ist es nicht mehr weit zur rumänischen Grenze. Auf der Karpatenstrecke fahren im Personenverkehr Dieseltriebwagen und im Güterverkehr, vorrangig Holzgüter, sind Dieselloks im Einsatz. Auf den Berggipfeln (höchster Berg ist der Ho-veria 2.061m) gab es noch einige Schneefelder zu sehen. Die Gegend ist sehr einsam und die Bevölkerung auf dem Land ist wie wir an den vielen Gärten und Äckern mit Hühnern, Gänsen und Kühen sehen konnten Selbstversorger Freitag, den 30.06.2000 Wir verlassen Rachiv im Herz der Transkarpaten am Theißfluss und fahren wieder mit sehr schönen Fotohalten über den Karpatenpass mit der Dampflok SU 251-86 zurück nach Jaremtsche. Ich hatte wieder auf einem Stück der Fahrtroute einen Platz im Führerstand der Dampflok. Der Depotchef von Kolomyja war auch die zwei Tage mit uns in die Karparten auf seiner Dampflok mitgefahren. In Jaremtsche gibt es immer am Freitag einen Souvenirmarkt und wir haben, nach einem letzten Fotohalt an einem Viadukt auch die Möglichkeit genutzt, uns nach Souvenirs um zu sehen. Da am Bahnhof von Jaremtsche unser Zug von der Sonne schön beleuchtet wurde, war es der Wunsch aller Teilnehmer doch von der ganzen Dzherelo-Mannschaft ein Foto zu machen. Da es nun schon der letzte Abend in der Ukraine war, wurde unserer perfektes Dzherelo-Team von unserem Reiseleiter Bobby Leutwiler mit den Trink-geldcouverts überrascht und wir Teilnehmer brachten unsere mitgebrachten Geschenke in Form von Kleidern, Schuhen, Brillen und anderen wichtigen Gegenständen des täglichen Lebens in den Gesellschaftswagen. In der Ukraine haben die Leute sehr große Not und sind dankbar für unsere Gaben. Im Musiksalon gab es für uns noch ein Abschlusskonzert vom Dzherelo-Chor und der Musikkapelle. Leider ging auch dieser Abend für alle sowohl für das Personal wie für uns Fahrgäste viel zu schnell vorbei. Unser Reiseweg führte uns weiter nach Ivano-Frankivsk, (früher Stanislaw) und Stryj, ab dort mit Ellok VL 11 bis nach Tschop Samstag, den 01.07.2000 Früh war es am Morgen, als wir um 4.42 Uhr (OEZ+1 Std.) in Tschop ankamen. Nach einem letzten Frühstück im Speisewagen galt es, von der netten Dzherelo-Mannschaft Abschied zu nehmen. So wie wir am 24. Juni begrüßt worden waren, sind wir mit Musik auf dem Bahnsteig verabschiedet worden. Viele meiner Mitreisenden und ich werden bestimmt wieder kommen. Im Bahnhofsgebäude wurden vor der Ausreise erst unsere Fahrkarten kontrolliert, dann sind alle durch den Zoll und haben bei den Grenzschützern den Ausreisestempel erhalten. Nun warteten wir eine Stunde bis der Tiszaexpress, D 15 auf Gleis 1 bereit stand. Im ungarischen D-Zug-wagen hatten wir unsere Plätze eingenommen und pünktlich um 6:40 Uhr sind wir in Tschop zur Grenze nach Zahony/Ungam abgefahren. Nach 5.043 km Bahnfahrt auf vier Spurweiten ist die Reise zu Ende. Text: Falk Fritsche |
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